Woran das in Chemnitz liegt, wie Sie es nachweisen und was Ihnen zusteht.
Tagsüber läuft alles, aber ab etwa 19 Uhr wird das Internet zäh. Videos ruckeln, Seiten laden ewig, der Videoanruf bricht ab. Sie starten den Router neu, es hilft für zehn Minuten – dann geht es wieder los.
Im Kabelnetz teilen sich alle Haushalte eines Straßenzugs dieselbe Leitung. Abends sind alle gleichzeitig online, und die Bandbreite verteilt sich. Kommt zusätzlich ein Engpass an der Stelle dazu, an der das Netz an ein anderes übergeben wird, nennt Vodafone das „Koppelpunktauslastung".
Bevor Sie sich mit der Hotline herumschlagen – prüfen Sie es in fünf Minuten selbst:
| Ergebnis | Was das bedeutet |
|---|---|
| Vormittags gut, abends stark eingebrochen | Netzüberlastung – der typische Fall |
| Immer gleich langsam | eher Hausverkabelung, Router oder Tarif |
| Nur im WLAN langsam, per Kabel gut | WLAN-Problem – lässt sich meist selbst lösen |
Zum groben Prüfen genügt jeder Speedtest. Für einen rechtlich verwertbaren Nachweis brauchen Sie allerdings die offizielle Messung – dazu gleich mehr.
Seit dem 1. Dezember 2021 gibt es ein Minderungsrecht (§ 57 TKG): Weicht die tatsächliche Geschwindigkeit erheblich und wiederholt von der zugesicherten ab, dürfen Sie die Monatsgebühr anteilig kürzen – oder außerordentlich kündigen.
Die Bundesnetzagentur stellt dafür ein kostenloses Messwerkzeug bereit: breitbandmessung.de. Erforderlich sind 30 Messungen an drei verschiedenen Tagen – zehn pro Tag, davon einige zur Hauptzeit am Abend.
Am Ende erhalten Sie ein Protokoll. Das ist der Nachweis, den Ihr Anbieter anerkennen muss – ein gewöhnlicher Online-Speedtest reicht dafür nicht.
Nutzen Sie die Desktop-App, nicht die Messung im Browser – nur die zählt für das Protokoll.
Ich bin kein Anwalt und darf Ihren Einzelfall nicht bewerten. Bei Streit hilft die Verbraucherzentrale Sachsen kostenlos weiter – oder Sie schalten die Bundesnetzagentur ein.
Ein Anbieterwechsel hilft nur, wenn die Ursache im Netz liegt. Ist Ihre Hausverkabelung alt oder das WLAN schlecht ausgeleuchtet, bleibt das Problem auch beim neuen Anbieter. Deshalb sollte zuerst die Ursache geklärt werden – und genau dabei helfe ich Ihnen, unabhängig davon, ob Sie danach wechseln oder nicht.
Ein Koppelpunkt ist die Stelle, an der Daten von einem Netz in ein anderes übergeben werden. Ist sie überlastet, wird die Verbindung für alle betroffenen Anschlüsse langsam – unabhängig vom gebuchten Tarif. Ein teurerer Tarif bringt in dieser Situation nichts.
Bei einer Netzüberlastung nein. Sie zahlen dann mehr für eine Leitung, die abends trotzdem einbricht. Lassen Sie sich das nicht als Lösung verkaufen.
Das kann Wochen bis Monate dauern, weil dafür das Netz ausgebaut werden muss. Ein verbindliches Datum bekommen Kunden meist erst kurz vorher. Genau deshalb lohnt es sich, in der Zwischenzeit die Minderung zu prüfen.
Das ist leider häufig. Wechseln Sie auf den schriftlichen Weg und nennen Sie den Fachbegriff. Bringt auch das nichts, können Sie ein Schlichtungsverfahren bei der Bundesnetzagentur einleiten – kostenlos.
Diese Tarife kann ich Ihnen anbieten. Ob sie an Ihrer Adresse verfügbar sind, prüfe ich vorher – und ich sage Ihnen ehrlich, wenn ein Wechsel Ihr Problem nicht löst.